Krebsrückfall-Prävention - Priv.-Doz. Dr. Thomas Widmann

Privatdozent
Dr. med. Thomas Widmann

Der Initiator und
seine Vision, vielen
Menschen zu helfen.

Nahezu täglich erreichen uns Ärzte bahnbrechende Weiterentwicklungen in der Onkologie. Leider gelangt nur ein geringer Teil der Erkenntnisse dahin, wo sie am dringendsten gebraucht werden: bei den Patientinnen und Patienten.

Daher habe ich es mir zur persönlichen Aufgabe gemacht, wichtige Erkenntnisse zum Thema „Vermeidung von Krebs“ und „Krebsrückfällen“ für Sie zusammenzutragen. Dabei kommt dem Thema „Bewegung“ eine herausragende Rolle zu.

Ihr Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann

 

mehr über Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann

BITTE BEACHTEN!

Medizinische Untersuchung vor Aufnahme
eines regelmäßigen Bewegungsprogramms!

Vorherige Ärztliche Untersuchung

 

Die Voraussetzung für die Aufnahme eines regelmäßigen Bewegungsprogramms ist die vorherige Ärztliche Untersuchung. Zum Schutz Ihrer Gesundheit sollten Sie sich vor Aufnahme Ihres Bewegungsprogramms ärztlich untersuchen und beraten lassen.

Ist Ihr Körper einem regelmäßigen Bewegungsprogramm gewachsen und liegen zum Beispiel keine schweren Herz-Kreislauferkrankungen vor, so können Sie das movival-Programm nach ärztlicher Absprache nutzen.

movival Empfehlung

 

movival empfiehlt hierzu, Ihren Haus- oder Facharzt zu konsultieren, denn uns von movival liegt ihre Gesundheit am Herzen!

Gegebenenfalls kann Sie hierzu auch Ihr behandelnder Krebsspezialist beraten. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, haben wir die Durchführung einer ärztlichen Untersuchung vor Aufnahme des Bewegungsprogramms zur Pflicht gemacht und lassen uns dies von Ihnen bestätigen.

Ihr individuelles Maß an Bewegung
die "movival-Empfehlung"

Regelmäßig Aktiv sein.

 

Zum Thema „Bewegung und Krebs“ existieren nach heutigem Stand (September 2016) über 71 medizinische Studien. Dies schließt sowohl die Beobachtung von Bewegungsprogrammen vor einer Krebserkrankung als auch Bewegung nach einer Krebserkrankung ein.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass regelmäßige Bewegung bei Auftreten einer Krebserkrankung die Wahrscheinlichkeit erhöht, den Krebs zu überstehen.

Die gute Nachricht für alle Menschen mit Krebs, die sich bisher nur wenig bewegt haben, lautet aber: Mit Aufnahme eines regelmäßigen Bewegungsprogramms nach einer Krebserkrankungen lässt sich – laut den wissenschaftlichen Untersuchungen für Gruppen von Patienten – jeweils das Rückfallrisiko und auch die Wahrscheinlichkeit zu überleben, deutlich verbessern.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO, World Health Organisation) empfiehlt nach einer Krebserkrankung 150 Minuten moderater Bewegung oder 75 Minuten intensiver Bewegung pro Woche. Dies entspricht in etwa 7,5 movival-Punkten pro Woche.

Mit der Einhaltung der Empfehlung der WHO lässt sich laut der größten wissenschaftlichen Zusammenfassung (Literaturangabe: Li T et al. Br J Sports Med 2016) das Risiko an der jeweiligen Krebserkrankung zu versterben, um ca. 15% absenken oder anders herum: Die Chance nach einer Krebserkrankung zu überleben steigt um 15%!

Etwas mehr an Bewegung bedeutet sogar eine noch deutlich bessere Chance, die Erkrankung hinter sich zu lassen: mit insgesamt 25 movival-Punkten pro Woche steigt die Wahrscheinlichkeit, gesund zu bleiben um sage und schreibe 40 %! Dies zeigte ebenfalls die Studie von Li T et al. Br J Sports Med 2016.

 

Daher lautet die movival-Empfehlung:
Sammeln Sie pro Woche insgesamt
25 movival-Punkte!

 

Jedoch sollten Sie Ihr Bewegungsprogramm vor der Aufnahme mit Ihrem behandelnden (Haus-)Arzt absprechen. Dieser kennt Sie am besten und kann Sie daher hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Risiken beraten.

movival ermöglicht Ihnen, Ihr Bewegungsprogramm individuell festzulegen. Das bedeutet, Sie können sich ein Wochenziel von movival-Punkten selbst vorgeben, welches auf Ihre Wünsche und auf Ihren Gesundheitszustand maßgeschneidert ist.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Aussagekraft von Studien immer nur für eine Gruppe von Menschen Gültigkeit hat. Üblicherweise werden in medizinischen Studien mehrere hundert bis mehrere tausend Teilnehmer beobachtet. Innerhalb einer solchen Gruppe gilt zum Beispiel, dass bei der Durchführung eines Bewegungsprogramms die Chance zu überleben um ca. 40% steigt. Das bedeutet auch gleichzeitig, dass die Berechnung für eine einzelne Person nicht möglich ist.

Die positiven Effekte
regelmäßiger Bewegung

Regelmäßigkeit bringt den Erfolg.

 

Ein regelmäßiges Bewegungsprogramm hat positive Auswirkungen in ganz verschiedenen Lebensbereichen. Dies reicht von der Verbesserung von körperlicher Kraft und kardiopulmonaler Ausdauer, über die Verbesserung der Stimmungslage, bis hin zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung.

Darüber hinaus führt Bewegung zu einem besseren Körpergefühl und führt bei einer gewissen Regelmäßigkeit auch zur Ausschüttung von sogenannten Glückshormonen. Bewegung hat auch eine starke soziale Komponente, das heißt, sie kann Abgeschiedenheit nach einer Erkrankung mindern und ein positives Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Menschen bewirken. Bewegen Sie sich mit Ihren Freunden oder Familienmitgliedern und beziehen diese so in Ihr wichtiges, wenn möglich tägliches Bewegungsprogramm mit ein.

 

 

Bewegung kann die Krebsrückfall-
häufigkeit senken und verbessert daher
die Wahrscheinlichkeit, eine Krebser-
krankung zu überleben

 

Bewegung kann aber noch viel mehr: Seit einigen Jahren ist bekannt, dass regelmäßige Bewegung sowohl das Auftreten von Krebs aber auch vor allem das Krebsrückfallrisiko senken kann. In wissenschaftlichen Untersuchungen mit vielen tausenden Teilnehmern konnte ein starker Einfluss auf die Rückfallhäufigkeit und auf das Überleben nach einer Krebserkrankung aufgezeigt werden.

Zum Thema liegen mittlerweile über 70 klinische Untersuchungen vor mit einem immer wieder ähnlichen Ergebnis: Etwas Bewegung senkt das Krebsrückfallrisiko ein wenig – etwas mehr

Bewegung senkt das Krebsrückfallrisiko und führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, zu überleben! (Literaturangabe: Li T et al. British Journal of Sports Medicine 2016).

Zur Veranschaulichung sind hier 3 wichtige Studien bei den häufigsten Krebsarten kurz erklärt:

2011 wurde die erste Untersuchung zum Prostatakarzinom veröffentlicht: Darin beschreiben die Autoren, dass Patienten, die mindestens 19 movival-Punkte pro Woche absolvierten, eine Absenkung der Wahrscheinlichkeit zu sterben, von 48% erreichten. Die Wahrscheinlichkeit durch das Prostatakarzinom zu sterben, sank sogar um 61% (Kenfield SA et al. JCO 2011).

Bei Patientinnen nach einer Brustkrebserkrankung liegen mehrere wissenschaftliche Untersuchungen vor. In der bereits 2005 veröffentlichten Studie zeigt sich bei einem Bewegungsniveau von mindestens 24 movival-Punkten ein  40 %iger Abfall des Risikos, zu Sterben  (Holmes MD et al. JAMA 2005). Eine weitere Studie aus dem Jahr 2008 zeigte sogar eine Absenkung des Sterberisikos um 67% (Irwin ML, et al. JCO 2008).

Das Risiko nach Darmkrebs zu sterben kann durch regelmäßige Bewegung um bis zu 63% gesenkt werden (Meyerhardt I et al.,JCO 2006)!

Wichtig dabei ist zu wissen, dass wissenschaftliche Studien immer hunderte oder sogar tausende Patienten beobachten und die getroffenen Aussagen nur für die jeweilige Patientengruppe gelten.

Eine exakte Aussage über die Rückfallwahrscheinlichkeit von einzelnen Personen kann daher nicht getroffen werden.

movival möchte an dieser Stelle klar ausdrücken, dass es kein Versprechen darüber geben kann, ob ein Krebsrückfall auftritt oder nicht. movival möchte Sie dabei unterstützen, Ihre persönlichen Bewegungsziele zu erreichen und dass Sie sich nach den vorliegenden Studien best möglich gegen eine Krebserkrankung oder einen Krebsrückfall bewegen.

 

Wissenschaftliche Studien

Sammeln Sie Ihre
movival-Punkte.

movival-Punkte (= mP)

 

movival verfolgt das Ziel einer einfachen und gut verständlichen Darstellung von Wochenzielen und der Bewertung von verschiedenen Bewegungsformen. Daher sind innerhalb von movival alle Bewegungsformen mit movival-Punkten versehen. Damit stellt movival ein einfaches und gut verständliches Berechnungssystem für alle Portalmitglieder bereit.

Die Einstufung der Bewegungsformen und deren movival-Punkte basiert auf der in der Sportmedizin üblichen internationalen Klassifikation. Die jeweiligen movival-Punkte beziehen sich hierbei immer auf die Durchführung einer Bewegungsform pro Stunde. Moderate Aktivitäten haben zum Beispiel eine movival-Punktzahl von 3-6 (pro Stunde) oder eben 1,5-3 movival-Punkte pro 30  Minuten. Richtig anstrengend wird eine Aktivität daher ab 6 movival-Punkten (pro Stunde).

1 movival-Punkt (= 1 mP) entspricht exakt 1 MET-h

 

MET-h (Metabolisches Äquivalent pro Stunde)  ist eine international übliche Angabe zum Vergleich des Kalorienumsatzes verschiedener Bewegungsformen. In der Physiologie ist 1 MET als Energieverbrauch von 1 kcal pro Kilogramm Körpergewicht eines Menschen in einer Stunde definiert. Die meisten wissenschaftlichen Studien, auf die auch movival zurückgreift, gehen auf die Bewertung von MET-h zurück.

Bei movival werden movival-Punkte (mP) aufgrund der dokumentierten Bewegungsaktivitäten automatisch ausgewertet und zusammengezählt. Dies geschieht immer mit dem Ziel, eine Information über das erreichte persönliche Wochenziel zu geben und Sie dadurch zu motivieren.

movival-Punkte sammeln und sich damit innerhalb des persönlichen Bewegungsziels bewegen – das ist das movival-Prinzip.

Körperliche Aktivität
stabilisiert die Erbinformation

Telomere bleiben jung

 

Wieso entstehen bei regelmäßiger körperlicher Aktivität seltener Krebsrückfälle und wieso wird dadurch das Überleben von Patienten verbessert?

Letztlich ist eine abschließende Antwort auf diese Frage, nach aktuellem Stand der Wissenschaft, nicht exakt möglich. Es gibt bei einzelnen Krebsarten unterschiedliche Erklärungsmodelle, welche zum Teil auf die Veränderung von Hormonspiegeln und Wachstumsfaktoren basieren.

Wesentliche Forschungsarbeiten von Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann zeigen hier einen einfachen Erklärungsansatz: „Regelmäßige körperliche Bewegung stabilisiert die Erbinformation und kann dabei helfen, krebsauslösende Brüche in Chromosomen zu verhindern.“ Durch einen bei Bewegung aktivierbaren Mechanismus (Aktivierung der Telomerase) bleiben die Endstücke der Chromosomen einer jeden Zelle im Körper (sogenannte Telomere) länger und damit jünger.

Jungbrunnen Bewegung

 

Bewegung wirkt hier wie ein Jungbrunnen. Darüber hinaus treten aber die sonst bei kurzen Telomeren häufiger auftretenden krebsauslösenden Chromosomenbrüche einfach seltener auf. Dieser Mechanismus ist eine mögliche Erklärung, wieso Krebsrückfälle bei regelmäßiger Bewegung seltener auftreten. Gleichzeitig ist diese Information aber auch eine gute Nachricht für alle gesunden Personen: Durch Bewegung kann auch schon das Auftreten von Krebs reduziert werden!

Interessierte finden hier eine Auswahl wissenschaftlicher Arbeiten von Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann zum Thema:

 

Wissenschaftliche Studien