KrebsPrävention durch

Bewegung und Sport

Laut der Weltkrebsorganisation (UICC) könnten 30 bis 40 % aller Krebserkrankungen durch entsprechendes Verhalten vermieden werden. Medizinische Studien zeigen, dass neben dem Einstellen des Rauchens und der Vermeidung von übermäßigem Alkoholkonsum und Sonnenlicht vor allem körperliche Bewegung das Krebsentstehungsrisiko deutlich vermindert wird. Der Vorteil: Jeder hat dabei sein Bewegungspensum selbst in der Hand, benötigt in seltenen Fällen fremde Hilfe und kann sich auch mit anderen Menschen zusammentun und gegenseitig motivieren.

Krebsentstehungsrisiko senken durch Änderung der Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse

Hier gibt es gute Möglichkeiten der Vorbeugung: Rauchstopp, geringes Maß an Alkohol, Sonneneinstrahlung in Maßen und immer wieder Bewegung, Bewegung, Bewegung an der frischen Luft. Gegen manche Krebsarten bzw. deren Auslöser gibt es sogar Impfungen (Impfung gegen Hepatitis B zur Vermeidung von Leberkrebs, Impfung gegen HPV Viren zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs).

Vermeidung von zufälligen „Schreibfehlern“ der Erbsubstanz

Dieses Thema lässt sich indirekt auch beeinflussen, da bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Chromosomen) stabilisiert werden können. Wesentliche Forschungsarbeiten von Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann zeigen hier einen einfachen Erklärungsansatz: „Regelmäßige körperliche Bewegung stabilisiert die Erbinformation und kann dabei helfen, krebsauslösende Brüche in Chromosomen zu verhindern.“

Gesunde Ernährung

Bei genauer Betrachtung von Untersuchungen mit hunderttausenden Teilnehmern zeigt sich, dass die Kampagne „5 am Tag“ (Verzehr von 5 Portionen Obst oder Gemüse am Tag) zu einer Absenkung des Krebsrisikos von leider nur 1 bis 3 % führt. (Boffetta P. et al, Journal of the National Cancer institute, 2010). Nichtsdestotrotz kann beim Konsum von Obst und Gemüse gleichzeitig auch das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt werden.

Vererbte Faktoren

Hier gibt es keine Möglichkeit der Beeinflussung. Falls wirklich ein vererbter Faktor diagnostiziert werden konnte, empfehlen wir, eine entsprechende Krebsvorsorge im Rahmen der medizinischen Betreuung wahrzunehmen.

Aus meiner täglichen Praxis als Spezialist für Blut- und Krebserkrankungen habe ich immer wieder die Frage gehört: „Was kann ich selbst tun, um Krebs-Erkrankungen vorzubeugen?“ Heute gibt es Antworten darauf, die medizinisch und wissenschaftlich bewiesen sind. Diese bekannt zu machen und vielen Menschen zu helfen, das ist meine Vision hinter movival.

Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann, führender Experte zum Thema Bewegung und Krebs und movival-Initiator

 

Wie viel Sport oder Bewegung ist bei einer Krebserkrankung richtig?

Täglich sollten am Stück mindestens 10 Minuten in sportliche Betätigung investiert werden. Diese Empfehlung gilt immer unter dem Hinweis, sich vor Aufnahme eines Bewegungsprogrammes medizinisch untersuchen zu lassen, um eine Verschlimmerung einer möglicherweise bisher nicht erkannter Erkrankung (z. B. Herzerkrankung) zu verhindern. Movival empfiehlt ausdrücklich eine medizinische Untersuchung vor dem Beginn eines Sportprogrammes.

Genauere Untersuchungen zur „Dosis“ von Bewegung und dem Auftreten von Erkrankungen liefern große epidemiologische Untersuchungen. Im Jahre 2016 zeigte die bisher größte Zusammenfassung von insgesamt 126 wissenschaftlichen Studien, dass Personen, die sich wie von der WHO empfohlen regelmäßig bewegten, mit einer Absenkung des Krebsentstehungsrisikos um ca. 7 % rechnen dürfen.

Ein Umfang des Bewegungsausmaßes von ca. 20 MET*h/ Woche senkte das Krebsentstehungsrisiko noch etwas weiter, auf circa 9 %. Jenseits von 20 MET*h pro Woche scheint Bewegung keinen zusätzlichen positiven Effekt zu haben, zumindest nicht auf die Absenkung des Krebsentstehungsrisikos (Li Liu et al, BMJ, 2016). Insbesondere ließ sich in dieser Untersuchung das Krebsrisiko von Brustkrebs (=Mammakarzinom) und Darmkrebs (=Kolonkarzinom) und Prostatakrebs (=Prostatakarzinom) besonders gut senken.

Brustkrebs ist in der Deutschland der häufigste Krebs der Frau, Darmkrebs ist bei Frauen der zweithäufigste und bei Männern der dritthäufigste Krebs. Der häufigste Krebs bei Männern ist und bleibt der Prostatakrebs.

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