thomas-praevention

Privatdozent
Dr. med. Thomas Widmann

Der Initiator und
seine Vision vielen
Menschen zu helfen

Aus meiner täglichen Praxis als Spezialist für Blut- und Krebserkrankungen habe ich immer wieder die Frage gehört: „Was kann ich selbst tun, um Krebserkrankungen vorzubeugen?“ Daher möchte ich diejenigen Informationen zusammenfassen,
die Ärzten und Wissenschaftlern heute vorliegen, aber viel zu selten interessierte Menschen erreichen.

Ihr Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann

mehr über Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann

Krebsentstehung tritt durch eine Änderung
von Lebensgewohnheiten seltener auf

Heute, im Jahr 2017, gibt es darauf Antworten, die medizinisch und wissenschaftlich eindeutig bewiesen sind. Trotzdem ist es überraschend, wie wenig viele Leute darüber wissen. Laut der Weltkrebsorganisation (UICC) könnten 30 bis 40 % aller Krebserkrankungen durch entsprechendes Verhalten vermieden werden. Neben einem Rauchstopp, Vermeidung von übermäßigem Alkoholkonsum und Sonnenlicht, ist insbesondere das Thema Bewegung im Vordergrund.

Das tolle daran ist, dass jeder sein Bewegungspensum selbst in der Hand hat und meist nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist. Klar, in der Gruppe machte Bewegung am meisten Spaß, jedoch kann auch hier jeder Mensch selbst entscheiden, ob er mit anderen zusammen Sport betreibt oder für sich alleine. Medizinische Studien zeigen hier laut UICC, dass Bewegung das Krebsentstehungsrisiko deutlich vermindert.

Wie entsteht Krebs – Zufall, Schicksal
oder die Lebensumstände?

Auf den ersten Blick stellt sich die Frage: „Wie hängen Krebs und Bewegung/Sport zusammen?“ Oder: „Was macht es für einen Unterschied ob ich aktiv bin oder nicht?“

Sehr viele Menschen wissen, dass Herzinfarkte und Schlaganfälle bei regelmäßiger Bewegung seltener auftreten, aber Krebs? Hier lohnt es sich, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen und zu sehen wie Krebs eigentlich entsteht: Laut eine aktuellen Untersuchung aus den USA an der Johns Hopkins University in Baltimore, USA von Tomasetti C. et al, Science, 2017 gehen krebsauslösende Störungen im Erbgut (DNA) aller menschlichen Krebserkrankungen in ca. 66 % der Fälle von rein zufälligen „Schreibfehlern“ aus. Diese „Schreibfehler“ treten immer dann auf, wenn Zellen sich teilen.

Nur 29 % aller sogenannter „Schreibfehler“ entstehen durch Umwelteinflüsse (Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, Umweltgifte, Stress) und nur ca. 5 % aller Fehler sind vererbt.

Als Beispiele führen die Ärzte den Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) an, bei dem 77 % der krebsauslösenden Fehler rein zufällig entstehen, 18 % durch Umwelteinflüsse und 5 % durch vererbte Faktoren.

Anders gestaltet sich die Lage bei Lungentumor (Bronchialkarzinom): Beim Lungentumor sind, vorwiegend durch das Rauchen, 65 % aller krebsauslösenden „Schreibfehler“ durch Umwelteinflüsse bestimmt und nur 35 % durch zufällige „Schreibfehler“. Vererbte Einflüsse gibt es beim Lungenkrebs nicht.

Das heißt als Fazit, dass Krebsentstehung teils auf Umweltfaktoren und teils einfach auf Pech und nur sehr selten auf Erbkrankheiten zurückzuführen ist. In den folgenden Abschnitten werde ich Ihnen zeigen, wie jeder der 3 Bereiche sich günstig beeinflussen lässt, das heißt das Krebsentstehungsrisiko durch sinnvolle Präventionsmaßnahmen gesenkt werden kann.

sport-praevention

Krebsentstehungsrisiko senken

Welche Möglichkeiten gibt es nun konkret, das Krebsentstehungsrisikozu beeinflussen?

  1. Vererbte Faktoren: Hier gibt es keine Möglichkeit der Beeinflussung, außer falls wirklich ein vererbter Faktor vorliegt, eine entsprechende Krebsvorsorge im medizinisch empfohlenem Abstand wahrzunehmen.
  2. Umweltfaktoren: Hier gibt es gute Möglichkeiten der Vorbeugung: Rauchstopp, geringes Maß an Alkohol, Sonneneinstrahlung in Maßen und immer wieder Bewegung, Bewegung, Bewegung. Gegen manche Krebsarten bzw. deren Auslöser gibt es sogar Impfungen (Impfung gegen Hepatitis B zur Vermeidung von Leberkrebs, Impfung gegen HPV Viren zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs).
  3. Vermeidung von zufälligen „Schreibfehlern“ der Erbsubstanz: Dieses Thema lässt sich indirekt auch beeinflussen, da bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Chromosomen) stabilisiert werden können (siehe hierzu nächster
    Abschnitt „Telomere“).
sport-praevention

Telomere sind die Endabschnitte unserer Chromosomen und dienen als biologische Uhr, das heißt Sie zeigen das „wirkliche“ Zellalter an. Im Gegensatz zum Lebensalter (die Uhr tickt immer gleich) können Telomere aber langsamer und schneller altern,
oder sogar stehen bleiben, somit nicht weiter altern.

Dabei sind kürzere Telomere mit dem häufigeren Auftreten von Erkrankungen wie Herzinfarkt, Demenz, Lungenerkrankungen und eben Krebs verbunden. Für die Erkenntnisse um die Wichtigkeit der Telomere und deren Biologie erhielten Elisabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak 2009 den Nobelpreis für Medizin.

In ihrem 2017 erschienen Buch „Die Entschlüsselung des Alterns – der Telomer Effekt“ erklärt die Nobelpreisträgerin Elisabeth Blackburn was Telomere sind, wie sie funktionieren und auch wie sie beeinflusst werden können, negativ sowie positiv. Genau in der positiven Beeinflussung der Telomer scheint in der Tat der Schlüssel für die Absenkungen des Krebsrisikos zu stecken. Seit langer Zeit ist nämlich bekannt, dass kürzere Telomere eben häufiger zu den fatalen „Schreibfehlern“ bei Zellteilungen in unserem Erbgut führen. Mit anderen Worten ausgedrückt: „Je kürzer die Telomere, desto häufiger treten „Schreibfehler“ im Erbgut auf die dann zu Krebs führen können“.

Diesen Phänomen zeigt sich nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Mäusen: Mäuse mit kurzen Telomeren leiden um ein Vielfaches häufiger an Krebs als ihre Artgenossen mit längeren Telomeren. Die Nobelpreisträgerin Elisabeth Blackburn zeigt in ihrem Buch aber auch, wie jeder Mensch selbst Einfluss auf seine Telomere hat.

Neben dem Abbau von Stress steht insbesondere das Thema Bewegung ganz im Vordergrund. Regelmäßige Bewegung kann Telomere über viele Jahre jünger aussehen lassen. So zeigte eine wissenschaftliche Untersuchung an ehemaligen Profiausdauersportlern, die über viele Jahre sehr regelmäßig Ausdauersport ausübten, dass die Telomere dieser Ausdauersportler um bis zu 30 Jahren jünger wirkten, als die Telomere gleichalter gesunder Personen, die sich insgesamt eher wenig bewegten (Werner C. et al, Circulation, 2009). Zurückzuführen ist die Stabilisierung der Telomere auf eine Aktivierung des Eiweißes (Enzyms) Telomerase, welche die Telomere sogar verlängern kann. Die Telomerase ist bei Menschen, die sich regelmäßig bewegen, einfach aktiver und verhindert so einen schnellen Abbau der Telomere. Wohl dem der lange Telomere hat, da lange Telomere eben seltener zu „Schreibfehlern“ in der Erbsubstanz bei Zellteilungen führen.

Dieses Prinzip der regelmäßigen Bewegung ist so einfach und doch so wichtig und gleichzeitig von jedem Menschen selbst beeinflussbar. Ganz ohne Medikamente oder Nebenwirkungen (außer mit Muskelkater und Spaß an Bewegung).

banner_sport_praevention_1280

Wie viel Sport oder Bewegung ist richtig ?

Bei Bewegung gilt generell: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, wichtig ist überhaupt etwas zu tun. Auch ist generell richtig, dass „etwas Bewegung ein bisschen und mehr Bewegung auch mehr hilft beim Thema Absenkung des Krebsrisikos“. Auch ist generell eher hintergründig, welche Sportart man betreibt. Kraftsport ist genauso richtig wie Ausdauersport oder Gymnastikübungen. Selbst Gartenarbeit oder andere Haushaltsarbeiten (sofern zumindest etwas anstrengend) zählen hier.

Die Weltgesundheitsorganisation (=WHO) empfiehlt allgemein für Erwachsene Menschen ein Bewegungsumfang von 150 Minuten Bewegung mittlerer Aktivität (zum Beispiel: 5 Mal 30 Minuten pro Woche) oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche. Dies entspricht 10 MET*h pro Woche (= 10 movival Punkte pro Woche). Sehen Sie hierzu eine Erklärung wie Bewegungsaktivitäten in ein wissenschaftlich basiertes Berechnungssystem einfließen.

Erklärung zur Umrechnung MET*h in movival Punkte

 

Dabei sollten am Stück mindestens 10 Minuten bei der sportlichen Betätigung an Zeit investiert werden. Diese Empfehlungen gelten immer unter dem Hinweis, sich vor Aufnahme eines Bewegungsprogrammes medizinisch untersuchen zu lassen, um eine Verschlimmerung einer möglicherweise bisher nicht erkannter Erkrankung (z. B. Herzerkrankung) zu verhindern. Movival empfiehlt ausdrücklich eine medizinische Untersuchung vor dem Beginn eines Sportprogrammes.

Genauere Untersuchungen zur „Dosis“ von Bewegung und dem Auftreten von Erkrankungen liefern große epidemiologische Untersuchungen.

Im Jahre 2016 zeigte die bisher größte Zusammenfassung von insgesamt 126 wissenschaftlichen Studien, dass Personen, die sich wie von der WHO empfohlen regelmäßig bewegten, mit einer Absenkung des Krebsentstehungsrisikos um ca. 7 % rechnen dürfen. Ein Umfang des Bewegungsausmaßes von ca. 20 MET*h/ Woche senkte das Krebsentstehungsrisiko noch etwas weiter, auf circa 9 %. Jenseits von 20 MET*h pro Woche scheint Bewegung keinen zusätzlichen positiven Effekt zu haben, zumindest nicht auf die Absenkung des Krebsentstehungsrisikos (Li Liu et al, BMJ, 2016). Insbesondere ließ sich in dieser Untersuchung das Krebsrisiko von Brustkrebs (=Mammakarzinom) und Darmkrebs (=Kolonkarzinom) und Prostatakrebs (=Prostatakarzinom) besonders gut senken.

Brustkrebs ist in der Deutschland der häufigste Krebs der Frau, Darmkrebs ist bei Frauen der zweithäufigste und bei Männern der dritthäufigste Krebs. Der häufigste Krebs bei Männern ist und bleibt der Prostatakrebs.

Gesunde Ernährung und Krebsrisiko

Gesunde Ernährung ist gesund, das kommt schon im Wort vor. Bei genauer Betrachtung von ebenfalls großer Untersuchungen mit hunderttausenden Teilnehmern zeigt sich, dass die Kampagne „5 am Tag“ (entsprechend einem Verzehr von 5 Portionen Obst oder Gemüse am Tag) zu einer Absenkung des Krebsrisikos von leider nur 1 bis 3 % führt. (Boffetta P. et al, Journal of the National Cancer institute, 2010).

Nichtsdestotrotz kann beim Konsum von Obst und Gemüse
gleichzeitig auch das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, wie
zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt werden.

Krebsrückfall-Prävention - Priv.-Doz. Dr. Thomas Widmann

FAZIT von Privatdozent
Dr. med. Thomas Widmann:

Das Wissen über Krebs und die Krebsentstehung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ganz sicher besteht auch die Chance, Krebserkrankungen vorzubeugen, das heißt Prävention gegen Krebserkrankungen zu betreiben.

Neben einer Vorsorge lassen sich Lebensgewohnheiten wie das Rauchen, Alkoholkonsum, gesunde Ernährung und insbesondere das Thema der regelmäßigen Bewegung beeinflussen.

Auch gibt es heute Impfstrategien gegen bestimmte Krebsarten. Damit gibt es heute auf alle Fälle etwas Greifbares, um einer Krebsentstehung vorzubeugen, am einfachsten laufen Sie dem Krebs einfach davon ….

movival unterstützt Sie, den Überblick über Ihre Aktivitäten zu behalten und motiviert Sie auch, wenn Sie mal einen Durchhänger haben.

Laufen Sie gleich los für Ihre Gesundheit

Klicken Sie hier und melden Sie sich bei uns an. Gemeinsam für Ihre Krebsprävention.
Testen Sie uns 4 Wochen kostenfrei.